Turniertanz Latein

f_l_2012Das Turniertraining Latein ist eher leistungsorientiert und kann durchaus körperlich anstrengend werden. Unser Trainer Peter Rach bereitet gezielt verschiedene Themen vor und behandelt diese im Gruppentraining. Bei der Vorbereitung bezieht er die Schwierigkeiten und Fragen der vorangegangenen Einheiten ein und richtet seine Planungen an den Bedürfnissen der Paare aus. Die Grundprinzipien des Lateintanzens ziehen sich wie ein roter Faden durch die Trainingseinheiten, da diese auch von fortgeschritten Tänzern und Tänzerinnen immer wieder trainiert und wiederholt werden müssen.

Das Latein-Gruppentraining findet in der Regel vierzehntägig Sonntags in der Zeit von 15:00 bis 17:00 Uhr statt. Die konkreten Termine können in der Rubrik Trainingsplan eingesehen werden.

Die Lateintänze

latSamba
(2/4-Takt, 50-52 Takte p. Min., Metronom 100-104)
Die Samba stammt in ihrer stationären Grundform aus Brasilien bzw. aus uralten Kreistänzen der Bantu-Neger und wurde in Europa zum variationsreichen Turniertanz entwickelt. In Wiegeschritten und Voltadrehungen, Rollen und Promenadenläufen bewegen sich die Paare wellenförmig durch den Raum. Während die Wellenbewegung früher aus einem Erheben im Bein (Bounce) entstand, wird sie heute mehr durch die Bauchmuskulatur erzeugt.

Cha-Cha-Cha
(4/4-Takt, 30-32 Takte p. Min., Metronom 120-128)
Der Cha-Cha-Cha stammt aus Kuba. Er wurde von Enrique Jorrin (u.a.) aus dem Mambo entwickelt und 1957 von Gerd und Traute Hädrich nach Deutschland importiert. Der Cha-Cha hat viele Elemente aus anderen Tänzen in sich aufgenommen, besonders aus Jazz, Beat und Disco. Seinen Grundcharakter, der ihn bei allen Altersstufen zum beliebtesten Lateintanz machte, hat er dabei nicht verloren: Im Cha-Cha kommen übermütige Ausgelassenheit und koketter Flirt zum Ausdruck.

Rumba
(4/4-Takt, 25-27 Takte p. Min., Metronom 100-108)
Die Rumba stammt aus dem Mambo-Bolero und ist mit der Habanera verwandt. Sie ist ein afrokubanischer Werbungstanz: Die Dame schwankt zwischen Hingabe und Flucht und der Herr zwischen „Zuneigung“ und „Selbstherrlichkeit“. In Deutschland wurde die Rumba 1932 ins Turnierprogramm aufgenommen. Sie ist der Klassiker unter den Lateintänzen, erfordert Ausdruckskraft und Sparsamkeit der Mittel.

Paso Doble
(2/4-Takt, 60-62 Takte p. Min., Metronom 120-124)
Der Paso Doble ist eine in Spanien und Frankreich entwickelte Darstellung des Stierkampfs mit Einschluss von Flamenco-Elementen. Die Dame stellt nicht den Stier dar, sondern das rote Tuch des Toreros. Herr und Dame bewegen sich also gemeinsam um einen imaginären Stier. Die Musik, ein spanischer Marschtanz, besteht aus einer Einleitung und zwei Hauptteilen mit genau festgelegten Höhepunkten, nach denen sich die Choreographie richtet. Der Tanz erfordert große Präzision und einen durchgehaltenen starken Muskeltonus.

Jive
(4/4-Takt, 42-44 Takte p. Min., Metronom 168-176)
Der Jive wurde als „Jitterbug“ und „Boogie-Woogie“ (später auch „Behop“) um 1940 von amerikanischen Soldaten nach Europa gebracht, in England zum Jive entwickelt und schließlich in das Turnierprogramm der Lateintänze aufgenommen (Profis national 1968, Amateure national `73, international `76). Mit ihrer Off-Beat-Betonung auf „zwei“ und „vier“ verrät die Musik ihren afrikanischen Ursprung. Der Jive bringt robuste Lebensfreude zum Ausdruck. Er war der „Tobetanz“ der Vor-Beat-Generation, aus dem sich auch der akrobatisch-athletische Rock ’n‘ Roll entwickelt hat.

Aus: Burgauner, C. (Hrsg.): Tanzen in Deutschland. München:  Kastell-Verlag, 1986.